Diagnose Diabetes: Erste Maßnahmen

Veröffentlicht von claudia am

Diagnose Diabetes Typ 2:
Erste Schritte

Du hast gerade die Diagnose Diabetes mellitus bekommen und weißt jetzt nicht so richtig was du tun sollst, und vor allem was du essen sollst?

Auf dieser Seite hier findest du erste Tips und Grundlagen, die dich über die ersten paar Wochen bringen

 
 

Du hast gerade die Diagnose Diabetes mellitus bekommen und weißt jetzt nicht so richtig was du tun sollst, und vor allem was du essen sollst?

Auf dieser Seite hier findest du erste Tips und Grundlagen, die dich über die ersten paar Wochen bringen

Zuerst das Allerwichtigste:

Du hast also eine unangenehme Krankheit, die auch tatsächlich böse Folgen haben kann. Du liegst aber noch nicht im Sterben, also erstmal wirklich ruhig bleiben. Du hast genug Zeit dich zu informieren, dir Wissen anzulesen und dein Leben um- und auf den Diabetes einzustellen.

Ja, du musst ab sofort auf deine Ernährung achten. Andererseits hast du garantiert schon Wochen, Monaten, wenn nicht Jahre mit erhöhtem Blutzucker gelebt. Deine Werte die der Arzt gerade festgestellt hat waren definiv zu hoch, aber man hat dich nicht ins Krankenhaus eingewiesen – du stehst also vermutlich nicht knapp davor tot umzufallen.

Eine falsche Mahlzeit wird dich nicht ins Verderben stürzen. Am Anfang (und auch später) werden immer wieder Fehler  passieren und auch vor Ausrutschern ist kaum jemand gefeit. Dies soll kein Freibrief sein, damit du weiterhin alles in dich hineinstopfst, sondern soll dir die allererste Angst nehmen.

Was kannst du also erstmal tun?

Langfristig gesehen ist das Ziel eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion, wenn du übergewichtig sein solltest.

Das vorrangige Ziel ist aber erst mal deine Blutwerte in einen akzeptablen Bereich zu bringen.

Punkt 1: Medikamente

Wenn du Medikamente verschrieben bekommen hast, dann nimmst du die natürlich in genau der Dosierung die der Arzt dir gesagt hat. Du solltest aber sobald wie möglich abchecken, ob das wirklich nötig ist. Musst du tatsächlich Medikamente nehmen?

Punkt 2: Die Bewegung

Beweg dich!

Irgendwie!

Du musst nicht gleich 2 Stunden joggen gehen, aber runter vom Sofa!

Vielleicht machst du ja schon ein bisschen Sport, gehst schwimmen, tanzen, spielst Tennis, gehst walken, wandern oder sonst was. Dann mach einfach ein bisschen mehr, versuche eine gewisse Regelmäßigkeit hinzubekommen. Wenn du bis jetzt keine Bewegung gemacht hast, kannst du auch ganz einfach mit ein bisschen spazieren gehen anfangen. Dreimal die Woche eine halbe Stunde ist ein guter Anfang!

Punkt 3: Die Ernährung

Für manche Leute ist die Diagnose Diabetes so ein Schock, dass sie es schaffen ihre komplette Ernährung von jetzt auf gleich umzustellen. Wenn du dazugehörst:

Super! Einfach machen!

Wenn nicht kannst du auch mit kleinen Schritten anfangen. Gerade am Anfang haben kleine Dinge große Wirkung.

Dass du Zucker besser streichen (oder ersetzen) solltest, ist dir bestimmt klar. Aber leider sind auch Kohlehydrate ziemlich doof für den Blutzuckerspiegel – denn Kohlehydrate werden halt im Körper zu Zucker umgewandelt.

Grundsätzlich darfst du auch als Diabetiker alles essen. Es kommt nur auf die Menge an. Also statt einem Eisbecher mit 5 Kugeln Eis, Sahne und Schokosoße fürs erste mal eher eine Kugel im Becher auf die Hand.
Statt einem Teller Spaghetti mit Bolognese besser einen Teller mit der Bolognese (da kann man übrigens allerhand Gemüse darin verstecken ;O)) und einer Handvoll Nudeln drin. Und Kartoffelpüree lässt sich super mit Blumenkohl strecken.

Dunkle Schokolade (ab 70%) hat meist nur halb soviel Zucker drin wie Vollmilchschokolade. Käsekuchen kann man selber backen – ohne Boden und mit zB. Süßstoff oder Xylith als Zuckerersatz.

Fang mit den Getränken an
  • Dass Limonaden, Cola und Co, Energydrinks eine Menge Zucker enthalten hast du bestimmt schon gehört. Es wäre also pure Dummheit das Zeug nicht sofort zu streichen.
  • Du kannst aber immer auf zuckerfreie Light- oder Zero-Getränke ausweichen wenn du das möchtest. Diese sind auch nicht gerade gesund, haben aber erstmal keine Auswirkungen auf deinen Blutzuckerspiegel.
  • Auch bei Kaffee oder Tee kannst du einfach statt mit Zucker mit Süßstoff süßen. Natürlich kannst du auch natürliche Mittel wie zum Beispiel Stevia ausprobieren.
  •  Fruchtsäfte sind leider auch ein Problem. Selbst die gesündesten Direktsäfte enthalten viel Zucker – Fruchtzucker halt. Stark verdünnt als Schorle sind Orangensaft, Apfelsaft und Co schon erlaubt, allerdingst musst du sie so stark verdünnen, dass sie für an Zucker gewöhnte Geschmacksnerven meist nicht mehr sehr viel taugen. Wenn dir das dann noch schmeckt – nur zu!   Ich finde das ist mehr etwas für Fortgeschrittene –  wenn man sich an weniger Süße mal gewöhnt hat, dann ist das durchaus eine gute Option.
  • Die gesündeste Wahl ist nach wie vor schlichtweg Wasser – keine Kalorien, kein Zucker, keine Kohlenhyrdrate. Davon solltest du ohnehin möglichst viel trinken und Getränke mit Geschmack auf maximal ein bis zwei Gläser pro Tag beschränken.
 
Nahrungsmittel

Zucker solltest du möglichst meiden, Kohlehydrate reduzieren.

Gemüse und Obst
– ja, in dieser Reihenfolge. Viel Gemüse, weniger Obst.

Als Richtwert: Gemüse das oberhalb der Erde wächst ist meistens besser als Gemüse das unter der Erde wächst. Grundsätzlich aber iss bitte vorzugsweise das Gemüse das dir schmeckt, plus das Gemüse, dass du irgendwie tolerieren kannst ;O)

Obst enthält Fruchtzucker, deshalb solltest du nicht mehr als ein oder zwei Stück pro Tag essen.
Beeren und Äpfel sind hier übrigens weit besser als Trauben und Wassermelonen. Oh ja, und eine ganze Wassermelone zählt nicht als Stück Obst :O)

Als nächstes solltest du dir angewöhnen beim Einkaufen auf die Nährwerttabellen zu schauen – da wo die Kalorien draufstehen, da steht darunter auch wieviel Zucker, Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß usw. in den Lebensmitteln steckt. Manche Hersteller stopfen sogar in Leberwurst Zucker rein, frag mich bloß nicht wieso!

Der beste Tipp überhaupt: Kaufe möglichst Lebensmittel die keine oder eine sehr kurze Zutatenliste aufweisen.

Also keine Zusatzstoffe, kein Aroma, keine E`s, keine Konservierungsstoffe – am besten gar nix von dem wo du keine Ahnung hast was das eigentlich ist.

 

Milch und Milchzucker

Ja, verflixt, auch in Milchprodukten steckt Zucker. Viele Diabetiker haben aber weniger Probleme mit Milchzucker und vertragen ihn weit besser als Haushaltszucker oder Fruchtzucker. Das muss  letztendlich jeder für sich selber austesten. Den Schluck Milch im Kaffee würde ich mir deshalb aber auf keinen Fall versagen.

Ein Tipp zu Milchprodukten: 100g Milchprodukt – also Milch, Joghurt, Quark,… – enthalten so zwischen 4 und 5g Milchzucker. Die beste Wahl für Fruchtjoghurt oder Fruchtquark ist auf jeden Fall Naturjoghurt/Quark, den man selbst mit ein bisschen Obst herstellen kann – das ist gar keine Hexerei und schmeckt eh viel besser.

Es gibt aber auch zuckerfreie Früchtejoghurts zu kaufen, und wenn die so zwischen 4 und 5g Zucker haben, dann ist das der Milchzucker und kein zugesetzer Zucker.

 
Erstes Fazit

Diabetes Mellitus Typ 2 ist keine schöne Diagnose und bedeutet eine ziemliche Umstellung für jeden. Es erfordert vermutlich Umdenken im großen Stil, und bedeutet dass du viel an deiner Lebensweise ändern musst.

Aber:

So blöd das jetzt auch klingen mag – die Diagnose Diabetes ist auch eine Chance.

Viele Menschen die es trifft kämpfen schon lange mit ihrem Gewicht, viele auch mit ihrer Psyche. Du wirst es schaffen dein Leben und deine Gewohnheiten komplett umzukrempeln – und du wärst nicht der oder die Erste die durch ein gesünderes und bewussteres Leben auch zu einem glücklicheren Leben findet. Lass dich überraschen!


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