Sollen Diabetiker Fett essen?

Veröffentlicht von claudia am

Dürfen Diabetiker Fett essen?

FETT IST BÖSE – so haben wir das über Jahrzehnte hinweg gelernt, oder? Aber stimmt das auch und was gilt für dich als Diabetiker?

Also, ich nehme es gleich vorneweg: Auch Diabetiker dürfen Fett essen. Genau wie alle anderen Menschen brauchen Diabetiker Fett sogar.

Aaaaber: Auch das nehme ich vorneweg: Fett ist nicht gleich Fett

Mir selbst war das ganz schön lange nicht bewusst. Im Gegenteil, total verwirrt war ich von den ganzen Artikeln. Die einen, die nach wie vor Low Fat Diäten als das einzige wahre Mittel zum Überleben darstellen, und die anderen, die sagen Fett ist gut. Letztere kombinieren das dann gerne mal mit “Kohlenhydrate sind schlecht” und machen die Verwirrung perfekt.

Was mir gelegen kam:

Naja, Kohlenhydrate sind ja definitiv schlecht für Diabetiker – wie praktisch, dass man dann wenigstens nicht aufs Fett achten muss und da unbekümmert reinhaun kann, oder?
Leider nein.

Denn wie gesagt:

FETT IST NICHT GLEICH FETT.

Es gibt nämlich gute Fette und schlechte Fette. Und während wir die einen dringend brauchen, schaden die anderen uns dann doch.

Fakt ist leider, dass wir uns von solchen Tatsachen total kirre machen lassen – ich darf doch auch in deinem Namen sprechen, oder?

Es gibt gesunde Fette und ungesunde Fette – und die Meisten schmeißen sie ganz einfach in einen Topf. Nein, nicht den Kochtopf, ich meine eher den sprichwörtlichen.

Was für Fette gibt es?

Es gibt gesättigte und ungesättigte Fette, außerdem noch sogenannte Transfette.

Unbestritten die Guten sind die ungesättigten Fette.

Omega 3 und Omega 6 – das hast du sicher schon mal gehört. Enthalten sind diese in gar nicht soo vielen Lebensmitteln, deshalb sollte man sie ganz bewusst in die Ernährung einbauen, da der Körper sie nicht alleine herstellen kann.

Dann gibt es noch die gesättigten Fette
Diese kann der Körper sehr wohl selbst herstellen, deshalb sind sie lange nicht so essenziell. So richtig gefährlich sind die aber auch nicht, trotzdem solltest du davon nicht Unmengen verzehren.

Bei der Kokosnuss zählt übrigens das Fett (also Kokosöl) – das Kokosfleisch zählt eher zu den sehr gesunden Fetten.

Bleiben noch die Transfette

Transfette sind künstlich gehärtete Fette, die der Körper nicht verarbeiten kann. Sie entstehen beim industriellen Härten von Ölen, aber auch beim Erhitzen und Braten von ungesättigten Fettsäuren.

Wenig überraschend stecken diese in den generell als ungesund geltenden Lebensmitteln wie Pommes, Croissants, Kuchen, Kekse, alles frittierte, Chips, Panaden, sogar in Müsliriegeln und vor allem natürlich in allen möglichen Fertigprodukten.

Ungesättigte Fette sind sogar sehr wichtig und du solltest darauf achten, sie mehrmals pro Woche auf dem Speiseplan zu haben.

Gesättigte Fette kann der Körper auch selbst herstellen – ein klares Zeichen, dass er sie auch braucht. Allerdings nicht tonnenweise.

Transfette solltest du eher meiden und nur als Ausnahmen genießen.

Wie immer gibt es auch hier zu jeder Studie eine Gegenstudie und so hält sich auch die Meinung, dass Fette die man aus der Nahrung aufnimmt so gut wie keinen Effekt auf den Cholesterinspiegel haben – weder auf das schlechte Cholesterin (LDL), noch auf das gute (HDL). Vielleicht interessiert dich ja auch die Meinung von Herrn Pollmer, der immer Gegenargumente findet.

Letztendlich komme ich irgendwie immer zu dem selben Schluss:

Fertigprodukte sind schlecht für mich, und Transfette sind da nur eine Komponente von vielen. Natürliche Lebensmittel sind gut für mich, deshalb versuche ich mich an Nahrungsmittel zu halten, die möglichst keine oder eine möglichst kurze Zutatenliste haben. Clean Eating nennt man das dann. Und Punkt. 😉

Kategorien: Ernährung

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