Zucker ersetzen ist bei Diabetes wichtig

Veröffentlicht von claudia am

Zucker ersetzen ist möglich und gar nicht so schwer.

Wer die Diagnose Diabetes Typ 2 erhält, sollte auf Haushaltszucker verzichten und Kohlenhydrate reduzieren.

Die offizielle Empfehlung lautet: Diabetiker müssen nicht komplett auf Zucker verzichten. In Maßen ist er okay und du musst halt deinen Kalorienhaushalt im Auge behalten und deine Insulinzufuhr anpassen.

Aber wozu, frage ich dich? Zucker lässt sich durch verschiedene – natürlicher und künstliche – Ersatzstoffe problemlos austauschen. Er ist ungesund und hat dich erst mal maßgeblich in diese Lage gebracht. Also lass ihn doch bitte weg wann immer du kannst.

Wodurch kannst du Zucker nun ersetzen?

Also erstmal durch Süßstoff. Ja, Süßstoff wird künstlich hergestellt und hat nicht gerade den besten Ruf.
Es gibt allerdings keinerlei Beweise dafür, dass er uns tatsächlich schadet. Den größten Teil seines schlechten Rufes verdankt der Süßstoff nämlich der Zuckerindustrie. Denn die möchte natürlich ihren Zucker verkaufen, und wo kämen wir denn da hin, wenn man diesen so einfach ersetzen könnte?
Besonders Aspartam hat einen extrem schlechten Ruf – und auch dafür gibt es keinerlei Beleg.
 
Jetzt kann man natürlich sagen: Nur weil es keine Beweise dafür gibt, heißt das noch lange nicht, dass Süßstoff unbedenklich ist.
Und das würde ich auch sofort unterschreiben.
Zu allem und jedem werden weltweit Studien durchgeführt, und das ist natürlich gut so.
Doch wie weit sind diese Studien verlässlich? Teilweise sind sie zu klein oder zu ungenau. Teilweise werden Studien unter falschen Voraussetzungen durchgeführt, es gibt reihenweise Irrtümer und Denkfehler. Und dann werden Studien halt auch schon mal gerne manipuliert wenn es jemandem dann so besser in den Kram passt – zum Beispiel der Zuckerindustrie, der Lebensmittelindustrie, der Pharmaindustrie, ect.
 
Übrigens, wenn du denkst, dass Zucker ein reines Naturprodukt ist, irrst du dich leider auch. Nicht umsonst sprechen wir von „raffinertem Zucker“ oder „Industriezucker. Aber das nur am Rande – egal ob Naturprodukt oder nicht, er tut dir nicht gut, also weg damit!
 
 
 

Fakt ist leider:

So ganz hundertprozentig sicher sein können wir uns bei kaum etwas. Wie lange hat man uns gesagt dass Margarine gesund ist, und Eier definitv sehr ungesund sind?
 
Süßstoff sollte also vielleicht keine Dauerlösung sein. Da Zucker aber für dich erwiesenermaßen schlecht ist, und es bei Süßstoff keinen Beweis für körperliche Schäden gibt, ist es für mich erstmal eine gute Alternative. Durch Süßstoff den Zucker ersetzen scheint mir eine gute Lösung zu sein, wenn du aber irgendwo auf süß verzichten kannst, ist das natürlich immer vorzuziehen.
 

Löst Süßstoff Heißhungerattacken aus?

Das ist angeblich noch so ein Grund warum Süßstoff schlecht sein soll. Forscher vermuten, dass wir damit unseren Körper täuschen. Wir essen oder trinken also etwas das süß schmeckt. Der Körper stellt sich auf Zucker ein, der dann gar nicht kommt, aber das Insulin ist schon produziert, also entsteht Heißhunger und wir hauen so richtig rein. 
 
Ob das stimmt, kann ich dir so genau nicht sagen. Bei mir trifft das definiv nicht zu – Meine Mama hat mich aber auch von klein an mit Cola Light großgezogen.
Das lässt sich aber ziemlich leicht testen. Trink doch mal ein bis zwei Gläser süßstoffhaltiger Limo und warte ab, dann weißt du es ganz schnell.
 

Andere Süßungsmittel

 
Auch wenn es sich jetzt hier so anhört als wäre ich von der Süßstoffindustrie gesponsert, so ist es nicht.
Deshalb möchte ich euch hier noch ein paar andere Alternativen vorstellen.
 

Xylit

Was ich abgesehen von Süßstoff noch verwende ist Xylit.
Der Hauptgrund dafür ist, dass mein Lieblingsmensch den Süßstoffgeschmack nicht mag.
Xylit sieht aus wie Zucker und hat auch ungefähr die gleiche Süßkraft, lässt sich also beim Kochen und Backen 1:1 austauschen. Außerdem habe ich letzten Sommer auch Marmelade damit eingekocht und das hat wunderbar funktioniert.
 
Des weiteren hat es ca. 40% weniger Kalorien als Zucker und hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.
Als weiteren Vorteil nenne ich jetzt mal den Preis – ein Kilo kostet ca. das 10fache von normalem Zucker – da vergeht es dir  sowieso, viel davon zu verwenden :O)
Für Hunde, die ja einen anderen Organismus haben als wir, kann Xylit tödlich sein – Wenn ich also einen Hund hätte, käme mir das Zeug nicht ins Haus.
 

Erythrit

 … hat gar keine Kalorien und beeinflusst den Zuckerspiegel auch nicht. Es kostet ähnlich viel wie Xylit, süßt aber deutlich weniger.
 

Kokosblütenzucker

 … wird total überschätzt. Er soll deshalb so gut sein, weil er angeblich einen niedrigen glykämischen Index hat. 35 ist die Zahl die genannt wird (Rohrzucker liegt bei 68, Honig bei 55). Woher die Zahl 35 kommt ist aber nicht geklärt, es gibt keinen Hinweis, dass sie korrekt ist.
Ich selber hab den Kokosblütenzucker nie ausprobiert – ist mir dann einfach zu teuer – aber ich habe schon von anderen gehört, dass der BZ damit sogar noch schneller hochging als mit normalem Zucker. Kann man eventuell für sich austesten.
 

Sirup

Den Zucker ersetzen mit Hilfe von Ahornsirup, Agavendicksaft, Reissirup, usw.? Am Ende leider auch nix anderes als Zucker.
Gerade Reissirup hat den Ruf gut für Diabetiker zu sein, weil er keine Fructose enthält (bis vor 15 – 20 Jahren wurde übrigens Fructose, also Fruchtzucker, als die bessere Alternative für Diabetiker gehandelt, jetzt ist das total verpönt). Am Ende ist da aber auch nicht weniger Zucker drin.
 

Stevia

Naja. Nicht meins. Ich finde nicht, dass Stevia zb meinen Kaffee süß macht – es schmeckt einfach nur komisch. Aber das ist wohl Geschmackssache.
Und auch wenn es als rein pflanzlich gilt – der Verarbeitungsprozess ist alles andere als schonend und chemiefrei.
Wenn du Stevia verwenden möchtest, bitte schau genau hin – das wird leider oft auch mit normalem Zucker aufgepeppt um den Eigengeschmack zu überdecken.
 

Fazit

Langfristig gesehen ist der einzige wirklich gesunde Weg den Hunger auf Süßes zu reduzieren.
Das ist übrigens reine Gewöhnungssache.
Lass mich dir das mal am Beipiel von Tee veranschaulichen.
 
Wasser und ungesüßter Tee sind die vornehmlichen Getränkeempfehlungen die es gibt. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du an Süßes – sehr Süßes – gewöhnt bist und dass dir ungesüßter Tee nicht schmeckt. Deshalb wirst du davon vermutlich auch nicht viel trinken.
 
Gerade Tee (und natürlich auch Kaffee) eignet sich hervorragend zum reduzieren. Da du ja selbst dafür verantwortlich bist wieviel Süße du reintust, kannst du das ganz langsam machen. Wenn du
deinen Tee also z.b. mit 3 Süßstofftabletten trinkst, dann gewöhn dich erstmal daran, ihn mit 2 Tabletten zu trinken. Das dauert vermutlich eine Weile. Du kannst auch ein kleines Stück Zimtstange oder Gewürznelke dazutun, das kann auch helfen.
 
Wenn du aber an dem Punkt kommst, dass er dir so schmeckt (probier dann mal mit einer 3 Tablette – es schmeckt richtig ekelhaft süß), dann reduzierst du auf 1 Süßstofftablette.
Irgendwann wirst du deinen Tee nur noch pur mögen, das garantier ich dir!
 

Und die Moral von der Geschicht

 

Den Zucker ersetzen ist eine gute Sache. Welches das Mittel deiner Wahl ist, bleibt dir überlassen, sonderlich gesund scheint nichts davon zu sein. Und was heute als die gesündeste Wahl gelten mag, kann morgen schon als das pure Gift ausgewiesen werden.
 
Ich selbst kann daraus nur einen Schluss ziehen: Ich bemühe mich auf möglichst natürliche Lebensmittel zurückzugreifen und die “Süßsucht” möglichst langfristig zu besiegen. Zucker in Form von Obst (ein bis zwei Stück pro Tag) hilft mir dabei enorm – es schmeckt süß und hilft mir wieder den Geschmack von puren Lebensmitteln zu schätzen zu lernen.
Ansonsten nehme ich Süßstoff, der gaukelt mir nicht vor supergesund zu sein und bleibt auch erschwinglich.
 
Und du so?
 
 
 
 

Kategorien: Ernährung

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